Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon Samral » Mo 6. Mär 2017, 19:15

Hallo liebe Pfeifengemeinde :)

Ich bin seit 3 Jahren Gelegenheits-Genussraucher, und habe nicht sooo viel Ahnung von der Pfeifenwelt. Paffe ein wenig mit ner Auenland-Vauen rum, die mir mein ehemaliger Chef mal schenkte.
Trotzdem wollte ich immer schonmal eine Meerschaumpfeife ausprobieren.
Wie es der Zufall so wollte, lief ich direkt an einer alten Schatulle vorbei auf meinem letzten Flohmarkt-Besuch. Und drin war so ein weißes unberauchtes Teufelchen.

Kurz nach Preis gefragt, und danach nicht gezögert. :roll:
Nun stellt sich mir aber die Frage, die mich in dieses Forum trieb - was hab ich hier? Block-Meerschaum oder gepressten Meerschaum? Hab ich vllt etwas wertvolleres Wertvolles gefunden? Wenn ihr als wissende Gemeinde mir weiterhelfen könntet, wäre ich sehr verbunden!
Erstmal n paar Bilder (verzeiht die Quali, mehr als mein Handy hab ich nicht da):

Bild
https://picload.org/image/rlooccdi/dsc_0013.jpg links immer für größere Versionen. Die waren mir etwas zu groß für den Thread, und ich Muschel krieg die nicht kleinskaliert :roll:
Etui vorn
Bild
https://picload.org/image/rlooccdw/dsc_0014.jpg
hinten
Bild
https://picload.org/image/rlooccar/dsc_0018.jpg
Pfeifchen. Hinter dem Mundstück (welches Material ist das wohl?) verbirgt sich ein in die Pfeife eingeschraubter 9mm Filterhalter aus Kunststoff.

Kann man irgendwie das Material des Mundstücks ermitteln?
Da war noch Staub und Späne von der spanenden Bearbeitung drin, ich habe diese allerdings rausgeputzt.

Bild
https://picload.org/image/rlooccaa/dsc_0019.jpg
Ich kriegs nicht richtig abgebildet, daher beschreibe ich: Die Bohrungen sind untereinder durch Schnitzen Verbunden, was zu einer Luftschicht zwischen Brennkammer und gelochter Außenhülle führt. Der Schnitzer hat sich auch einmal vertan, und ein-zwei mal kleine Vertiefung reingeschnitzt, in der sich ein wenig Dreck angesammelt hat - riecht für mich nach Handarbeit?

Ich war beim Pfeifenladen um die Ecke und der sagte mir es sei gepresster Meerschaum, wegen Folgendem:

Bild
https://picload.org/image/rlooccal/dsc_0022.jpg
Eine solche Maserung am Mundstückübergang war dem bei Blockmeerschaum nicht bekannt (tut mir leid, er fokussiert irgendwie immer den Pfeifenkörper im Hintergrund :x . Gemeint ist das, wo der Filterhalter drin steckt). Er kenne den hochwertigen Werkstoff nur Glatt geschnitten.
Allerdings kenne ich trotz Werkstoffkundewissen kein Material, welches durch Pressen solche Formen erzeugt. Wobei ich mich mit Magnesiumsilikatkristallen auch nicht wirklich auskenne :|

Das hat mich aber daher wenig zufriedengestellt, und ich forschte nach - im Internet fand ich den Zungentest: Zunge in der Brennkammer an die Wand drücken, und anhaften verriete echten Blockmeerschaum. Man kommt sich auch nur latent blöd dabei vor ;)
Ich kleb da wie Hulle. Allerdings klebt es auch leicht am Außenkörper der Pfeife.
Wie verlässlich ist so ein Zungentest?
Und kann mir vllt irgendein Netter User weiterhelfen was ich hier vor mir habe? :)

Lg
Ein kleiner Pfeifennoob und Forenneuling
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon manni-wan » Mo 6. Mär 2017, 20:00

Moin Arndt,

ich tippe auf Blockmeerschaum (gepressten mit Mustern zu schnitzen wäre unnötig), der Holmrand ist eben mit einem groben Werkzeug geschnitzt.

Das Mundstück ist Kunststoff, die Pfeife als Ganzes typisch untere/mittlere Qualität und nicht sonderlich wertvoll
- so etwas bekommst Du in fast jedem (Online-) Laden...

Hat das Mundstück keine seitliche Markierung ?

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pfiffig kommt von Pfeife... Bild
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon Samral » Mo 6. Mär 2017, 20:09

Da ist nirgends eine Markierung dran.
Nicht an der Hülle, noch an Pfeife und Mundstück.
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon sonderm4nn » Mo 6. Mär 2017, 20:54

Ich meine mal aufgeschnappt zu haben, dass man mit der Zunge testen kann, ob es Block- o. gepresster Meerschaum ist. Einfach mit der Zungenspitze in die Brennkammer; wenn diese dran "festpappt", ist es BlockMS.

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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon Petephil » Mo 6. Mär 2017, 21:45

Darf ich Dich noch darum bitten, obwohl Du es eingangs kurz angerissen hast, Dich bei uns kurz vorzustellen: viewforum.php?f=35

Das ist hier so usus. Danke!
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon Samral » Mo 6. Mär 2017, 21:58

gern :)
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon sonderm4nn » Mo 6. Mär 2017, 23:44

Oh, sorry wg. meines wenig hilfreichen Beitrags. Hatte anscheinend anfangs nicht zu Ende gelesen :batman_nutty:
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon Rainer K » Di 7. Mär 2017, 00:04

Hi Arnd(?),

ich denke ebenso dass es Blockmeerschaum ist, andernfalls würde man wahrscheinlich Strukturen in dem subtilen (Hand(!)Schnitzwerk sehen.

Solche Pfeifen sieht man zu tausenden in Istanbul auf dem Basar, alle "no Name" und ohne ein Logo im Mundstück.
Glatt, mit Löchern o. Strukturen, und sogar geschnitzt, von Einstein, über Mozart bis George W. Bush, falls man das mag... ;)
Die Köpfe sind in der Regel pikobello gemacht, aber Richtung Mundstück wird's dann meist "billig", bezüglich Mundstückmaterial usw..
Hier ist einfacher Presskunststoff aus der Acrylecke zu vermuten, manchmal übles "Plastik", vermutlich aus der Polystyrolecke, teils auch als Bernsteinimitat... Ebonit/Naturkautschuk eher nicht...
Es ist auch nicht unüblich, dass der Zapfen mit dem Holm verklebt wird, und das Mundstück dann die Zapfenbohrung hat.
Somit kann die Gefahr von Holmbrüchen reduziert werden.

Schau mal:

Istanbulerinnen.jpg
Istanbulerinnen.jpg (48.03 KiB) 1387-mal betrachtet

Beide vom Basar, aber hier hab ich sie dann mit "deutschen" Mundstücken ausstatten lassen.
Die untere hatte touristenüblich $298 ! :shock: als Preisschild auf der Schatulle.
Nach viel Gezeter und vermuteten Fluchsprüchen in Türkisch konnte ich sie dann für 40 Euro in Cash mitnehmen... 8-)
Immerhin hat er da noch die Provision für die Kreditkarte gespart... (Achtung: Bei Basar jetzt nicht an Monty Pythons Zeltstände im Staub denken... der Basar in Istanbul ist in jedem Fall ein Besuch wert, wenn man mal da ist... nicht nur wegen der zigtausend Pfeifen da...

Happy puffing,
Rainer
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon Petephil » Di 7. Mär 2017, 11:04

Von 298 auf 40 gedrückt!!!! not bad, Rainer, not bad. Da zeigt sich der hartnäckige Türkei-Kenner!
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon Samral » Di 7. Mär 2017, 11:43

Danke für die z.T. ausführlichen Antworten

also zusammengefasst - zwar Blockmeerschaum aber trotzdem nicht allzu wertvoll, weil aus der Türkei nur mit Touri-Aufschlag was wert?

naja. meine 13 Euro sind trotzdem gut investiert :roll:
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon super_ju » Di 7. Mär 2017, 16:07

Hallo Arndt,

Ich denke auch, dass es sich um Blockmeerschaum handelt, wenn auch nicht um den hochwertigsten...(was, so denke ich, aber auch nicht so wichtig ist)!
Wenn sie sich jetzt noch gut rauchen lässt, dann hast du alles richtig gemacht :)

Viele Grüße und viel Spaß damit,
Julian
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Re: Erbitte Hilfe bei Identifikation eines Flohmarktfundes

Beitragvon Rainer K » Di 7. Mär 2017, 22:39

Samral hat geschrieben:Danke für die z.T. ausführlichen Antworten

also zusammengefasst - zwar Blockmeerschaum aber trotzdem nicht allzu wertvoll, weil aus der Türkei nur mit Touri-Aufschlag was wert?

naja. meine 13 Euro sind trotzdem gut investiert :roll:


Hi Arnd,

bei 13 Euro würde ich mich an deiner Stelle einfach nur freuen, und die Pfeife jedes mal, von einem breiten Grinsen begleitet, genüsslich rauchen ! :D

Also nochmal happy puffing,
Rainer
PS: Der "Touri-Aufschlag" tut in Sachen "Wert" schon mal gar nichts zur Sache... hierzuland würdest du geschätzt ca. 70 Euro dafür zahlen, unter Berücksichtigung dass da schon einige "Brieftaschen" dazwischen waren... und der kleinste Teil davon an den duldsamen Handwerker ging, der sie ursprünglich mal gemacht hat...
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